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Bürger kippen den alten Beschluss (Holsteinischer Courier vom 23.01.2012)

Bei einer Wahlbeteiligung von 53 Prozent sprechen sich zwei Drittel der Einwohner Wattenbeks gegen die Ausweisung einer Windkraftfläche aus

Wattenbek. Eine überwältigende Mehrheit der 2350 Wahlberechtigten ab dem 16. Lebensjahr sprach sich gestern beim Bürgerentscheid gegen die Ausweisung einer rund 140 Hektar großen Eignungsfläche für Windkraftanlagen aus. Damit ist die geltende Beschlusslage der Gemeindevertreterung Wattenbek gekippt. Wie berichtet hatte sich die Mehrheit der Ortspolitiker für die Ausweisung der Sonderfläche ausgesprochen.

Der entscheidende Moment: Günter von Seydlitz und Axel Höper entleeren nach der Stimmabgabe über die Ausweisung einer Fläche für Windkraftanlagen im Wahlbezirk 2 (Schalthaus) die Wahlurne. Foto: Böge

Das Bürgervotum in Wattenbek hat auch Folgen für die Nachbarn in Bordesholm, die mit rund zehn Hektar an der im Regionalplan ausgewiesenen Fläche mit der Nummer 170 beteiligt sind. Zu klein, um einen eigenen Eignungsraum auszuweisen, waren sie untrennbar an das Wattenbeker Bürgervotum gebunden. Allerdings mit der Möglichkeit, die basisdemokratische Entscheidung der Wattenbeker nicht unbedingt übernehmen zu müssen.

In Wattenbek gaben gestern insgesamt 1243 Personen ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 52,9 Prozent. Die entscheidende Frage lautete: “Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Wattenbek eine ablehnende Stellungnahme zu der Fläche 170 im Entwurf der Teilfortschreibung des Regionalplans abgibt?”

Mit Ja – und damit gegen die offizielle Ausweisung – stimmten 823 Wattenbeker (66,2 Prozent). Ihr Nein bekundeten 414 Abstimmungsberechtigte (33,3 Prozent). Sechs Stimmen waren ungültig. Nach Auszählung der Stimmen aus den beiden Wahlbezirken verkündete Bürgermeister Uwe Bräse das vorläufige Ergebnis um 18.52 Uhr im Gemeindezentrum. Die große Mehrheit der rund 60 Anwesenden brach in Jubel aus.

Stefan Bauchrowitz als Mitinitiator des Bürgerentscheides erklärte: “Für uns ein super Ergebnis und großer Erfolg. Wichtig für uns war ein Entscheid, der von einer großen Mehrheit getragen wird. Das ist gelungen.” Reiner Heyse dagegen war für die Ausweisung der Eignungsfläche: “Das Ergebnis finde ich enttäuschend, weil sich Wattenbek damit aus der Energiewende heraushält.”

Laut Bräse verlief der Wahltag angenehm ruhig. Die am häufigsten gestellte Frage lautete nach seinen Worten “Wie läuft es denn mit der Abstimmung. Ist die Beteiligung hoch?” Bereits zur Halbzeit kündigte sich nach Aussage der Abstimmungsvorsteher Klaus-Ingo Marquardt (Feuerwehrgerätehaus) und Axel Höper (Schalthaus) eine gute Wahlbeteiligung auch der Erstwähler an. Das amtliche Endergebnis wird nach Überprüfung der Zahlen durch den Abstimmungsausschuss am Dienstag, 24. Jaunar, um 18 Uhr, im Bordesholmer Rathaus verkündet.

Quelle: Holsteinischer Courier / Günter Böge

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