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Windkraft: Bordesholm stimmt dafür (Holsteinischer Courier vom 11.11.2011)

Neumünsteraner Stellungnahme sorgt für Wirbel

Bei der Ausweisung einer eigenen Eignungsfläche für Windkraftanlagen sind die Bordesholmer Kommunalpolitiker untrennbar mit der Nachbargemeinde Wattenbek verbunden. Dort haben sich die Gemeindevertreter bereits mehrheitlich für einen rund 140 Hektar großen Landstrich entschieden (der Courier berichtete). Am Mittwochabend wurde die Ausweisung im Bordesholmer Bau- und Umweltausschuss beraten.

Das Problem der Bordesholmer: Vom großen Eignungsraum der Wattenbeker gehören Bordesholm nur etwa acht Hektar. Das ist groß genug, um einen Windkraftanlage auszustellen, aber eben zu klein, um eigene Wege zu gehen.

Das bisherige Stimmungsbild mit einer überwiegend positiven Einstellung zur Windkraft erlitt am Mittwoch auf der Sitzung einen kräftigen Dämpfer. Denn zum ersten Mal, so sagten einige Ortspolitiker, bekamen sie die vollständige Version der Stellungnahme der Stadt Neumünster (Untere Naturschutzbehörde) an das Innenministerium zum Eignungsraum auf den Tisch.

Weil die Gesamtfläche der Plangebietes 170 bis an das Naturschutzgebiet Dosenmoor reicht, war auch die Meinung der Neumünsteraner gefragt. Sie fällt vernichtend aus. “Auch wenn das Vorschlagsgebiet exakt 800 Meter zum Nordrand des Naturschutzgebietes einhält, sprechen wir uns eindeutig gegen die Ausweisung des Gebietes Nr. 170 als Eignungsfläche für die Windenergienutzung aus”, heißt es. Denn das am besten erhaltene Hochmoor in ganz Norddeutschland, so die Begründung aus Neumünster, bietet vielen vom Aussterben bedrohten Arten ganz spezielle Lebensräume.

Der Bordesholmer Peter Goldammer, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte, hatte sich das zweiseitige Schreiben vom zuständigen Fachdienst der Schwalestadt zuschicken lassen und es während der Sitzung vorgelegt. Den Vorwurf einiger Ortspolitiker, die Stellungnahme der Stadt Neumünster hätte über die Verwaltung den Weg zu ihnen finden müssen, wies Amtsdirektor Heinrich Lembrecht zurück. Das Innenministerium hatte die Stadt um eine Stellungnahme gebeten.

Die Bordesholmer wurden von Neumünster aus darüber nachrichtlich in Kenntnis gesetzt, verbunden mit der Bitte, den Wortlaut nicht öffentlich zu machen. Daran hat sich die Verwaltung gehalten. Am 7. November gab die Untere Naturschutzbehörde dann per Mail das Okay zur Veröffentlichung ihrer Stellungnahme, was nach Aussage von Lembrecht auch geschehen ist. Auf Nachfrage erklärte Heinrich Kautzky, Fachdienstleiter für Umwelt der Stadt Neumünster, dass man sich zunächst bedeckt gehalten habe damit der Fachbeitrag nicht insturmentalisiert werde.

Helmut Berger (FDP) stellte angesichts der neuen Erkenntnis postwendend den Antrag, der Flächenausweisung nicht zuzustimmen. Die Mehrheit in beiden Gremien sprach sich dagegen aus. Ronald Büssow (SPD) plädierte anfangs für ein vernünftiges Bürgerverfahren, vollzog nach etwa 15 Minuten aber zusammen mit Jutta Sührk (SPD) eine Kehrtwendung. Beide stimmten für den Eignungsraum.

In der abschließenden Stellungnahme der Bordesholmer Kommunalpolitiker wird der Ausweisung des Windeignungsraumes unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen zugestimmt. Auf Antrag der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Christine Hankel wird es zum Thema eine Sondersitzung der Bordesholmer Gemeindevertretung am Montag, 14. November, ab 18.30 Uhr im Rathaus geben.

Quelle: Shz/Holsteinischer Courier (von Günter Böge)

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