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Natur

Naturschutzfachliche Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde Neumünster

Fällt der Blick über das Dosenmoor bald auf einen Windpark am Horizont? (Foto: Björn Rickert)



Die Untere Naturschutzbehörde Neumünster spricht sich in ihrer Stellungnahme vom 20.09.2011 eindeutig gegen eine Ausweisung des Vorschlaggebiets Nr. 170 als Eignungsfläche für die Windenergienutzung aus. Zur Begründung werden 6 verschiedene Punkte aufgeführt. Als Folge plädiert und bittet die Naturschutzbehörde das Innenministerium darum, das Gebiet Nr. 170 aus den Planungen zu streichen.


Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) Neumünster ist für das Naturschutzgebiet Dosenmoor zuständig, obwohl es in drei Kreisen liegt (RD, Plön, NMS). Da die Vogelwelt des Naturschutzgebiets durch die geplanten Windkraftanlagen gefährdet würde, hielt die Behörde es für notwendig sich zu diesen Planungen zu äußern.



Im Einzelnen werden in der Stellungnahme der UNB sechs Gründe aufgeführt, die im Folgenden zusammengefasst und verkürzt zitiert werden:

  • Das Dosenmoor ist Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet und natura 2000-Gebiet.
  • Das Dosenmoor gilt als das am besten erhaltene Hochmoor in ganz Norddeutschland.
  • In der Bevölkerung ist das Dosenmoor und seine Umgebung ein geschätztes Erholungsgebiet.
  • Hochmoore sind für Schleswig-Holstein sehr selten gewordene, typische Biotope, die spezielle Lebensbedingungen für viele seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten bieten.
  • Die Fläche ist Teil des schleswig-holsteinischen Biotopverbundsystems und verbindet über den Burbek im Bereich der Fläche 170 das Dosenmoor mit der Eider.
  • Das Dosenmoor und seine Umgebung bieten 80-90 Brutvogelarten Lebensraum. Mit durchziehenden und rastenden weiteren Vogelarten bietet es ca. 125 Vogelarten einen Lebensraum.

Zu diesen Arten zählen Kraniche, Rohrweihe, Wiesenweihe, Kornweihe, Uhu, Weißstörche, Sturmmöwen, Baumfalke, Seeadler, Fischadler, Rotmilan, Sumpfohreule, Wespenbussard, Großer Brachvogel, Graugans und Kanadagans. Die Waldränder sind wichtige Teillebensräume von Greifvögeln, wie Bussardarten, Rotem Milan, Weihenarten, Seeadler).

Wahrscheinlich erreichen die Zugvögel die bedeutende Vogelzuglinie im Flusstal der Stör (flussabwärts von Neumünster) über das Dosenmoor.


Am 17.11.2011 lief auf ARD in der Sendung “Panorama” ein kritischer Bericht zu erneuerbaren Energien. Auch hier wird die fehlende Rücksichtnahme auf die Natur, bei “planloser Verbreitung” von Wasserkraft, Biogas und Windkraft, stark kritisiert. Diesen Bericht können sie hier ansehen.


Hier finden Sie weitere Informationen:

Dosenmoor

NABU  Neumünster, der sich auf seiner Seite vehement gegen die Ausweisung der Fläche 170 auspicht.

Empfehlungen zur Berücksichtigung tierökologischer Belange bei Windenergieplanungen in Schleswig-Holstein vom Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein