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Planlosigkeit der Regierung in der Umsetzung der Energiewende

Deutschland steigt aus, aus Kohle und Atom. Seit der Klima-Erwärmung und der Atomkatastrophe von Fukushima scheint der Fahrplan klar: hin zu den erneuerbaren Energien! Schon im Jahr 2020 will Deutschland 35% des Stroms daraus gewinnen. Soweit das Ziel. Doch Energie-Experten kritisieren: Es fehlt der konkrete Plan für die Umsetzung. Stattdessen fließen Milliarden Euro über das Erneuerbare-Energien-Gesetz ungeordnet in den Ausbau des Ökostroms. Allzu oft kommt nichts der gewonnenen Energie aus Windenergieanlagen in der Steckdose der Endverbraucher an.

Die vorhandene Infrastruktur der Stromnetze macht ein häufiges Abschalten der Windenergieanlagen notwendig, auch bei besten Windbedingungen. Die Stromnetze können den erzeugten Strom derzeit einfach nicht aufnehmen bzw. transportieren. Es ist heute schon so, dass nicht der ganze in Schleswig-Holstein durch Windenergie produzierte Strom auch in Schleswig-Holstein benötigt wird. Vielmehr soll er in die Ballungszentren des Südens transportiert werden. Und genau da liegt das Problem: Die Trassen zum Transport des Stroms fehlen, sowohl auf dem Festland als auch auf See.

Das macht ein Ausweisen neuer Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein derzeit absolut unnotwendig und unlogisch. Wichtig wäre zunächst einmal ein geplanter Ausbau der Netzinfrastruktur, um die vorhandenen Windenergieanlagen überhaupt produktiv betreiben zu können. In diesem Jahr sind die vorhandenen Windenergieanlagen Schleswig-Holsteins 70 Prozent häufiger abgeschaltet worden, als im Jahr 2010 (siehe Bericht „Panorama“, ARD vom 17.11.2011). Da zeigt sich die eindeutige Planlosigkeit der Regierung in der Umsetzung der Energiewende. Wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch mehr Windeignungsflächen ausweisen, die wir dann auch abschalten müssen? Nur um einige wenige Betreiber und Landeigentümer zu bereichern? Ist das unser Beitrag zur Energiewende?

Durch diese Art der Umsetzung der Energiewende zahlt jeder Bürger die Zeche für den Strom, der oft nicht einmal produziert wird. Denn die Betreiber erhalten auch ihr Geld, wenn die Anlagen abgeschaltet sind. All das sind Argumente, die bei einer Ausweisung neuer Windeignungsflächen äußerst kritisch betrachtet werden müssen. Die Ausweisung der Fläche 170 hat nichts mit der sinnvollen Umsetzung der Energiewende zu tun. Welchen Grund kann es geben, ein Gebiet als Windeignungsfläche auszuweisen, welches unwirtschaftlich ist, kaum einen Beitrag zur Energiewende liefert und noch dazu die Natur und viele Menschen gefährdet?

Weitere Informationen zum Thema Energiewende finden Sie in unserem Informations-Bereich.

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